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Erste Hilfe - Garnelensterben
Liebe Garnelenfreunde....
oft lese ich von Garnelensterben und bis Halter eine Antwort bekommen, kommt
häufig jede Hilfe zu spät.
Daher möchte ich hier einige Gründe aufführen die zu Garnelensterben führen
können und auch, wie man Dies verhindern kann.
Wasser I
Der Lebensraum unserer kleinen
Lieblinge...
Warten fällt schwer, doch im Interesse der Tiere ist es nötig bei neuen
Aquarien.
Wer direkt oder nach nur wenigen Tagen Tiere einsetzt, spielt bewusst mit dem
Leben seiner Tiere.
Für solches Handeln sollte man sagen "selbst schuld" nur leider auf Kosten der
Tiere.
Am liebsten würde ich solchen "Haltern" gar keinen Tip geben, doch im Interesse
der Tiere:
Sterben Tiere in zu früh besetzten Becken kann das diverse Gründe haben, doch
meist liegt es an den Wasserwerten.
Hier hilft dann nur ein häufiger, großzügiger Wasserwechsel und das Einbringen
der "richtigen" Bakterien in Form von Mulm oder Starterbakterien und strenger
Kontrolle der Wasserwerte
Zudem alle toten Tiere umgehend entfernen (Tiere die zudem angeschlagen
erscheinen möglichst separieren - z.B. in einem Ablaichkasten)
Wasser II
Garnelenbecken die schon längere
Zeit und auch stabil liefen, ohne Änderungen und nach einem Wasserwechsel
sterben die Garnelen.
(Hektisches Schwimmen, dann Lähmungserscheinungen bis zum Tot)
So ist es mir vor Jahren
ergangen - die Gründe war eine Chlorung des Leitungswassers
In diesem Fall hilft als Vorsorge am besten ein Blockfilter (siehe unter Wer,
Was & Wieso) oder zumindest das Wechselwasser einen Abend zuvor in Eimern zu
lagern und mit einem Sauerstoffstein/Sprudelstein, kräftig zu durchlüften.
Bereits ins Aquarium
eingebracht hilft nur, das Wasser umgehend gegen Chlorfreies Wasser großzügig
(70-80%) zu ersetzen.
Notfalls mit Teichwasser oder was eben zu finden ist, sauber erscheint und nicht
aus der Leitung kommt.
Tote Tiere umgehend entfernen (Tiere die zudem angeschlagen erscheinen möglichst
separieren - z.B. in einem Ablaichkasten)
Zudem die Durchlüftung mit einem Sprudelstein.
Erfahrungsgemäß können es so zumindest ein paar Tiere schaffen...
Wasser III
Bei selbigen Anzeichen
(Hektisches Schwimmen, dann Lähmungserscheinungen bis zum Tot) wie zu "Wasser
II" nach einbringen von Medikamenten, Düngern und anderen Zusatzstoffen, kann
ebenfalls mit einem großzügigem Wasserwechsel (Normalwasser) geholfen werden.
Ich würde zudem anraten Mulm zu saugen da sich die Stoffe je nach Mitteln am
Boden absetzen können.
Zudem alle toten Tiere umgehend entfernen (Tiere die zudem angeschlagen
erscheinen möglichst separieren - z.B. in einem Ablaichkasten)
Bodengrund
Bodengrund sollte möglichst nicht
in laufenden Becken ausgetauscht werden.
Wer dennoch unbedingt gegen z.B. Farb-Bodengrund austauschen möchte, sollte auf
Natursteinboden und nicht auf gefärbten Bodengrund zurück greifen.
Ist durch Letzteres das Becken gekippt - bzw durch freigesetzte Bestandteile des
Farbstoffes, hilft nur ein komplettes neu-aufsetzen vom Becken, da man zwar mit
einem großen Wasserwechsel & Mulm/Bodengrund-saugen für einen Moment Linderung
bringt, das Problem aber nicht lösen wird.
Ich empfehle beim Wechsel zu einem anderen Natursteinboden, bei jedem
Wasserwechsel vorsichtig 1/5 des Bodengrundes abzusaugen und den neuen
Bodengrund in diesem Bereich einzubringen.
Ein solcher Wechsel dauert so zwar eine Weile und Vermischungen sind nicht ganz
auszuschließen, doch das Wasserklima/Bakterienkulturen haben so gute Chancen
erhalten zu bleiben und die Neubereiche im Becken zu besiedeln.
Pflanzen
Einige Tage nach Einsetzen neuer
Pflanzen sterben Garnelen:
Problemlösung: Pflanzen sofort entfernen, größeren Wasserwechsel machen und wenn
möglich, etwas Filtermulm aus einem laufenden Becken einbringen - notfalls
Garnelentauglichen Wasseraufbereiter (wobei ich von diesen Mitteln regulär kein
Freund bin)
Zudem alle toten Tiere umgehend entfernen (Tiere die zudem angeschlagen
erscheinen möglichst separieren - z.B. in einem Ablaichkasten)
Tip: Pflanzen immer mindestens 14 Tage Wässern (ein einem Eimer lagern, alle 1-2
Tage das Wasser ersetzen, so können vorhandene Pestizide die von den Pflanzen an
das Wasser abgegeben werden, nicht in euer Aquarium gelangen)
Wurzeln
Einige Tage nach Einsetzen neuer
Wurzeln sterben Garnelen:
Problemlösung: Wurzel sofort entfernen, größeren Wasserwechsel machen und wenn
möglich, etwas Filtermulm aus einem laufenden Becken einbringen - notfalls
Garnelentauglichen Wasseraufbereiter (wobei ich von diesen Mitteln regulär kein
Freund bin)
Zudem alle toten Tiere umgehend entfernen (Tiere die zudem angeschlagen
erscheinen möglichst separieren - z.B. in einem Ablaichkasten)
Tip: Wurzeln in einem großen Kochtopf mit Wasser durchkochen (mindestens 10
Minuten) und dann noch 1-2 Wochen Wässern (ein einem Eimer lagern, alle 1-2 Tage
das Wasser ersetzen, so können vorhandene Stoffe die von der Wurzel an das
Wasser abgegeben werden, nicht in euer Aquarium gelangen)
Temperaturschock
Bedingt durch z.B. einen defekten
Heizer / eine heiß gelaufene Pumpe und Übertemperatur im Aquarium und evtl schon
verstorbener Tiere möchte man natürlich schnell handeln.
Wer aber nun kaltes Wasser in ein überhitztes Becken einbringt, riskiert einen
Temperaturschock seiner Tiere.
Es gilt - Ruhe bewahren !!!
Umgehend sollte der Verursacher (Heizer oder Pumpe) natürlich ausgeschaltet
werden.
Nun den Deckel vom Becken offen lassen.
Entfernt nun 1 Liter Wasser (bei kleinen Becken - max 30ltr) oder 5 Liter Wasser
(bei größeren Becken - max 60ltr) aus dem Becken, befüllt eine
"lebensmittelechte" Tüte /oder Fischtüte mit "kaltem" Leitungswasser oder kaltem
Leitungswasser mit einigen Eiswürfeln in selber Menge und hängt Diese in das
Aquarium.
So kühlt das Becken ab ohne das es zu DIREKT eine Temperatursenkung gibt.
Sollte das Becken zuvor z.B. 32 Grad gehabt haben und regulär 23 Grad, lasst es
so bis 25-26 Grad abkühlen - sprich, bis es im fast typischen Bereich ist und
entfernt dann die Kühltüten wieder.
Sollte nur mit "Kaltwassertüten" gekühlt werden, kann das Kaltwasser in der Tüte
nach 30 Minuten ersetzt werden.
Da es durch Überhitzung dazu kommen kann das Bakterien absterben, Schnecken oder
andere Bewohner verenden, ist es wichtig, zuerst sichtbar verstorbene Tiere zu
entfernen.
Zudem sollte nach dem Temperieren ein "vorsichtiger" 20-30% Teilwasserwechsel
gemacht werden.
Sind keine Tiere verstorben, sollte nur ein ganz kleiner Teilwasserwechsel von
10-15% erfolgen.
Das Becken die kommenden Tage gut beobachten und sobald Probleme auftreten die
auf evtl verstorbene Bakterienstämme / tote Tiere zurück zu führen sind, ein
Teilwasserwechsel von mindestens 50% möglichst mit Mulm saugen, erfolgen.
Ich würde empfehlen, zudem Filtermulm eines laufenden Beckens oder ein wenig
Starterbakterien einzubringen und die Wasserwerte im Auge zu behalten.
Zum Thema Kälteschock/Unterkühlung - Transport siehe hier: Eingewöhnen
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